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Räuchern zu den Rauhnächten

Nun, in den Rauhnächten nutze ich gern das Angebot des Auenhofes in Hembergen, zu den monatlichen Räucherabenden zu kommen. Meike Früchtelicht beschreibt ihre Räucherungen als „das Aufschließen der mystischen Tore“. 

 

Warum mache ich das? Weil es meiner Seele einfach gut tut!

 

Die Duftstoffe der Kräuter, Wurzeln und Harze erreichen mich unmittelbar – ohne Umwege über den Verstand, also ohne nachdenken und analysieren. Meike erklärt immer etwas über die Ebene, auf der die Pflanze wirkt und welche Impulse sie in unser Leben bringen möchte. Dazu spielt die passende Musik oder es folgt eine Geschichte oder eine Erzählung aus den Ursprüngen unseres Lebens im Einklang und im Rhythmus mit der Natur. Viele Lebensrhythmen sind uns in unserem heutigen digitalisierten und strukturierten Alltag, der allein schon den einfachen Zyklus von Tag und Nacht umgeht, verloren gegangen.

 

Die Rauhnächte, als eine besondere Zeit der Ruhe und Stille, waren in vielen Völkern und Kulturen eine magische Zeit und das Räuchern mit dem Wissen um Heil- und Inspirationskräfte der Pflanzen gehörte wie selbstverständlich dazu.

 

Im Kreis saßen wir auf Meditationskissen zusammen. Bekannte oder unbekannte Menschen, jung und alt, Frau und Mann. Mit dem Entzünden des Feuers, der Kohle, und einigen Vorbereitungen z. B. dem frischen Zerstoßen von Kräutern und Blättern ging es auch schon los:

 

Weihrauch, Myrrhe, Rose und Mariengras

Der Auftakt begann mit einer Räucheremischung. Weihrauch öffnet den Geist für die Meditation und wirkt reinigend, Myrrhe löst die unterdrückten Gefühle und verbindet mit der Erde, gibt uns während der Meditation die Bodenhaftung. Rose und Mariengras regen Energien zur Herzöffnung und Liebe sowie Loslassen und Frieden an. Der feine Duft von Rose und der wirklich eher liebliche süße Duft von Mariengras verbinden sich harmonsich zusammen.

 

Wenn wir im Yoga in der Anfangsposition Tadasana stehen, verwurzeln wir uns auch mit der Erde, behalten so unsere Bodenhaftung, damit der Geist sich weit öffnen kann. In unserem Herzzentrum verbinden sich diese beiden Energien und lassen unser inneres Licht leuchten und stimmen uns weit und friedlich, wir werden bereit, wertfrei anzunehmen und Belastendens loszulassen. Meike entfernt immer die verbrannten Reste von der Kohle, damit sich die ätherischen Öle auch immer wieder neu entfalten können.

 

Karin Kastner Yoga und Life Coach Räuchern

Flechte

Weiter ging es mit dem Auflegen der "Flechte". Meike läd uns ein, in uns hinein zu spüren, in welchen Bereichen unseres Lebens es etwas „zu entwirren oder zu entflechten“ gibt. Aus meiner Erfahrung braucht es hier keiner Überlegung oder Anstrengung. Durch die Pflanzendüfte regen sich ganz leicht Gefühle oder Bilder, die nun losgelassen oder besser noch gewandelt werden und wieder positiv in unserem Bewusstsein integriert werden.

 

Holunderblüte

Sie führ fort mit der Holunderblüte, ein blumig würziger und dennoch süßlicher Duft, der uns dann tiefer mit unserer Lebensaufgabe verbinden soll. Das rechte Tun zur rechten Zeit. Und auch hier formten sich ganz angenehm entspannt Gedanken zu Bildern oder Visionen.

 

Engelwurz

Mit dem Auflegen von Engelwurz (Angelikawurzel) wurde die Duftnote eher warm und wieder stark erdig. Engelwurz wurde in früheren Zeiten oft gegen Existenzängste angewandt, denn die Winterzeit war damals eine karge, knappe Zeit, in der man mit den Vorräten haushalten musste. Diese Wurzel verbindet uns mit der Ich-Kraft und gibt Selbstvertrauen und den Mut für die kommenden zu treffenden Entscheidungen.

 

Meisterwurz

Dem Angebot von Meike, die letzte Räucherung auch gerne in einer Entspannungslage zu genießen, folgte ich. So ließ ich den Duft von dem Meisterwurz liegend einfach auf mich wirken. Diese Note ist spezieller, würziger und holziger und bildet so etwas wie einen krönenden Abschluss. Ähnlich der Tiefenentspannung, Shavasana, nach einer Yogastunde, in der sich alle angeregten Energien setzen können.

 

Ob man jetzt an besondere Pflanzenkräfte glaubt oder nicht, ist nicht entscheidend, jeder der diese Erfahrung gerne einmal machen möchte, wird gefangen von der starken Energie, die sich aufbaut. Wer schon einmal in Lagerfeuerstimmung gemeinsam zusammen gesessen, Musik gehört, getrommelt oder gesungen hat etc. kann sich ein Bild von dem einfach aufkommendenn Gemeinschaftsgefühl machen.

 

Nach der Räucherung gibt es noch Gelegenheit für einen Tee oder Wasser. Die Stimmung ist irgendwie friedlich und harmonisch und es ergibt sich eine tiefe Verbundenheit mit den teilnehmenden Menschen, egal ob man sich kennt oder nicht. Auch diese tiefe Nähe zur Natur und der Magie der speziellen Zeit zwischen den Jahren ist für mich dann von ganz besonderer Qualität.

 

Es gibt noch einige Räucherabende zum Erleben auf dem Augenhof bis in den Mai 2018. Schaut gerne unter http://auenhof-hembergen.de/aktuelles/

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