Gelassenheit

Kennst du das auch? Du hängst in der Schwebe, im luftleeren Raum und wenn du unachtsam deinen Gedanken freien Lauf geben würdest, könnte sich daraus schnell ein Zweifel- oder Selbstkritikkomplott entwickeln oder du steigerst dich in Panik und Katastrophendenken. Früher waren mir solche Reaktionsmuster nicht unbekannt.

 

 

Diesen leeren Raum wirklich sinnvoll zu nutzen und achtsam und gelassen die Gedanken zu beobachten, um sich nicht selbst mit mentalen alten Gewohnheitsschlaufen zu schwächen, kann eine herausfordernde spirituelle Übung sein. „Jetzt hab ich so viel organisiert, so viel geplant und durchdacht…“ doch die erhofften Anmeldungen bleiben beispielsweise aus. Vielleicht weil das Wetter gerade viel zu schön oder zu schlecht ist oder die Termine zu eng oder zu weit, alles zu früh oder zu spät ist…weil es eben nicht an dir liegt, sondern an den Umständen…Wie bitte? Wir sind doch immer selbstverantwortlich für unsere Situation. Also habe ich wohl vorher Zweifel gesäht oder nicht stark genug an mich geglaubt oder bin halt einfach nicht gut genug….ups jetzt hat der innere Saboteur doch noch seine Stimme erhoben. Das wollte ich doch gar nicht, ich will doch immer positiv sein, ich bin aber auch selbst Schuld, wenn ich nicht genug auf meine Gedanken achte…ups der innere Kritiker hat sich dazugesellt… Da hilft nur atmen und lächeln…wer denkt das gerade? Bin das wirklich Ich? Oh, nein! Ich muss über mich selber lachen.

 

Ich habe heute so darüber nachgedacht, da fiel mir die Geschichte der grünen Meeresschildkröte ein, die dem Leser des Buches „Das Café am Rande der Welt“ von John Strelecky eine der wichtigsten Lebenslehren vermittelt:

 

Karin Kastner Yoga und Life Coach
gefunden auf pixabay.com

Es sieht so aus, dass sie sich ziemlich langsam vorwärts bewegt. Sie paddeln hin und wieder mit den Flossen, um sich dann einfach wieder im Wasser treiben zu lassen.

 

Selbst ein Schwimmer mit Schwimmflossen mit einem kraftvollen Vorwärtsschub kann nicht mithalten und beobachtet am nächsten Tag genauer die Technik der Meeresschildkröte:

 

Die Schildkröte passt ihre Bewegungen der des Wassers an. Wenn sich eine Welle auf das Ufer zubewegte und der Schildkröte ins Gesicht schwappte, lies diese sich treiben und paddelte gerade so viel, um ihre Position zu halten. Und wenn die Welle wieder zum Ozean hinausströmte, paddelte sie schneller, um die Bewegung des Wassers zu ihrem Vorteil zu nutzen.

 

 

Die Schildkröte kämpfte nie gegen die Wellen an, sondern nutzte sie für sich. Der Schwimmer konnte nicht mir ihr mithalten, weil er die ganze Zeit strampelte, egal in welche Richtung das Wasser strömte. Anfangs war das noch in Ordnung, und es gelang dem Schwimmer, auf gleicher Höhe mit der Meeresschildkröte zu bleiben. Er musste seine Bewegungen sogar manchmal etwas verlangsamen. Aber je mehr er gegen die hereinrollenden Wellen ankämpfte, desto anstrengender wurde es. Und daher hatte er nicht genug Kraft übrig, um die zurückströmenden Wellen auszunutzen.

 

 

Während eine Welle nach der anderen zum Ufer rollte und wieder zurückströmte, wurde er immer erschöpfter und schwamm weniger effektiv. Die grüne Meeresschildkröte dagegen passte ihre Bewegungen den Wellen optimal an und kam daher schneller vorwärts als er…

 

 

Wenn ich also einfach weniger Zeit mit den hereinrollenden Wellen verschwende, sondern in dieser Zeit einfach vertrauensvoll die Position halte, dann bleibt mir danach wieder mehr Zeit und Energie für die zurückströmenden Wellen!

 

 

In diesem Sinne nutze ich einen Tag ohne Anmeldungen und mache blau ...ich lasse mich einfach mal auf den Wellen treiben und nutze die Strömungen, halte die Schwebe aus und bleibe im Vertrauen..Namasté  www.karinkastner.de

 

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